+++ 1975 wurde nicht nur
Niki Lauda erstmals mit Ferrari Formel 1 Weltmeister, und die
SPÖ unter Kanzler Kreisky abermals zur stimmen- und mandatsstärksten Partei gewählt, 1975, genauer gesagt am 9. Juli, verlieh die Ratingagentur Standard&Poor’s der Republik
Österreich mit AAA die absolute Bestnote. 37 Jahre später, am 13. Jänner 2012, änderte
S&P seine Meinung und stufte die
Bonität Österreichs um ein Notch auf AA+ hinab +++
+++ Der österreichische Corporate Bond Markt gilt als relativ klein und weniger beachtet als der österreichische Aktienmarkt. Die Aktienmarktkapitalisierung österreichischer
Unternehmen beträgt derzeit rund USD 91 Mrd. und weist damit (gemessen am ausstehenden Volumen) in etwa die doppelte Grösse des österreichischen Corporate Bond Marktes auf. USD 91 Mrd. entsprechen 0,2% der weltweiten Börsenmarktkapitalisierung. Der heimische Corporate Bond Markt ist relativ betrachtet etwa sechs Mal so gross wie der Aktienmarkt. Denn rund 1,2% des weltweit ausstehenden Corporate Bond Volumens sind auf österreichische Unternehmensanleihen zurückzuführen +++
+++ Derzeit sind rund 43 Mrd.
Euro an österreichischen Unternehmensanleihen ausstehend. Exklusive Quasi-Sovereign Emittenten (z.B. ÖBB, Asfinag etc.) beträgt das Volumen rund 22 Mrd. Euro. Der wichtigste Sektor ist die Industrie (38%). Lässt man bei dieser Betrachtung Quasi-Sovereigns aussen vor, so sinkt die Bedeutung dieses Sektors auf rund 20%, bleibt jedoch der führende Sektor +++
+++ Etwa die Hälfte des ausstehenden Volumens (55%) ist nicht von einer externen Ratingagentur (Standard & Poor’s, Moody’s oder Fitch) geratet +++
+++ Nationale Corporate Bond Märkte miteinander zu vergleichen ist wegen des
OTC-Charakters (over-the counter) von Unternehmensanleihen schwer möglich. Fest steht jedoch, dass der österreichische Corporate Bond Markt relativ zum
BIP in den vergangenen zehn Jahren etwa um das Vierfache gewachsen ist +++
+++ Die aktuellen Empfehlungen von
Raiffeisen Research: „Wir geben Kaufempfehlungen für die 4,25%
EVN 2022
Anleihe sowie die 8,75%
Voest 2013 Anleihe. Verkaufsempfehlungen sprechen wir für die 4,875%
Wienerberger 2014 sowie die 5,25% Wienerberger 2018 Anleihe aus. Wenig attraktiv bewerten wir derzeit die 6,75%
OMV Hybridanleihe. Das gleiche gilt für die 6%
Porr 2014 und 5% Porr 2015
Anleihen“ +++
+++ Insolvenzen von österreichischen Anleiheemittenten sind sehr selten. Wie auch international üblich sind Änderungen der Covenants häufiger anzutreffen. Die mit Abstand prominenteste
Insolvenz der vergangenen Jahre in Österreich war
A-Tec im Oktober 2010 +++
* aus dem Credit Special von Raiffeisen Research zum heimischen Corporate Bond Markt vom Jänner 2012