Die Wiener
Börse hat sich heute, Freitag, zu Mittag bei hohem Volumen mit schwacher Tendenz präsentiert. Der
ATX wurde um 12.00 Uhr mit 1.849,85 Punkten errechnet, das ist ein Minus von 28,17 Punkten bzw. 1,50 Prozent. Zum Vergleich:
DAX/Frankfurt +0,45 Prozent, FTSE/London +0,14 Prozent und CAC-40/Paris +0,88 Prozent.
In einem von Nervosität geprägten, europäischen Umfeld präsentierte sich das heimische Börsenbarometer nach dem gestrigen Feiertag klar in der Verlustzone. Im Fokus stand insbesondere der laufende
EU-Gipfel, dessen bisherige Ergebnisse allerdings eher enttäuschend ausgefallen waren, hiess es aus Marktkreisen. In der Nacht auf Freitag hatten sich zwar die 17
Euro-Länder sowie sechs weitere Staaten auf eine Schuldenbremse geeinigt, Grossbritannien verweigerte jedoch seine Zustimmung und verhinderte damit eine Einigung aller 27 EU-Staaten.
Ganz unten auf der Kursliste fanden sich die beiden Bankenwerte
Raiffeisen (minus 6,00 Prozent auf 20,05 Euro) und
Erste Group (minus 6,04 Prozent auf 12,83 Euro). Wie am gestrigen Abend im Zuge der jüngsten
Bankenstresstest-Ergebnisse bekanntgeworden war, benötigen die drei österreichischen Grossbanken Raiffeisen (RZB-Gruppe), Erste Group und Volksbanken
AG (ÖVAG) etwas über 3,9 Mrd. Euro, um bis Ende Juni 2012 auf die von der europäischen Bankenaufsicht geforderte Kapitalquote von neun Prozent zu kommen.
Anlässlich des achten Kapitalmarkttages der Bankengruppe in
Wien bekräftigte der Erste Group-Chef
Andreas Treichl, dass die Bank den im Rahmen des EBA-Stresstests berechneten Kapitalbedarf in Höhe von 743 Mio. Euro ohne staatliche Hilfen erreichen wolle. Weiters gab das Kreditinstitut bekannt, dass es in
Ungarn 400 bis 450 Leute abbauen werde. Zu einem Rückzug aus einem der CEE-Märkte der Erste werde es aber nicht kommen, hiess es.
Bergab ging es bis Mittags auch für Schwergewichte wie
Wienerberger (minus 4,18 Prozent auf 7,49 Euro) und
voestalpine (minus 5,00 Prozent auf 20,60 Euro). Etwas unterstützt wurde der Leitindex hingegen von den Kursgewinnen der
OMV (plus 1,78 Prozent auf 24,07 Euro) und der
Andritz (plus 0,88 Prozent auf 64,09 Euro).
Mit einem moderaten Abschlag tendierten indessen die Papiere der
Telekom Austria, welche 0,35 Prozent auf 8,62 Euro verloren. Am Mittwochabend liess das teilstaatliche
Unternehmen verlautbaren, dass es wegen der hohen
Inflation in Weissrussland die Abschreibungen auf ihr Anlagevermögen für ihre dortige Tochter Velcom erhöhen müsse. Am Ausblick für das Jahr 2011 hält die Telekom aber weiter fest.
Klar im Minus notierten
Palfinger. Die Analysten von Goldman Sachs haben ihr 6-Monats-Kursziel für die
Aktien des Kranherstellers von 14 auf 10,50 Euro reduziert, das Verkaufsvotum
"Sell" blieb unverändert. Palfinger fielen um 3,56 Prozent auf 13,41 Euro.
Das bisherige Tageshoch verzeichnete der ATX zu Sitzungsbeginn bei 1.879,95 Punkten, das Tagestief lag knapp nach 9.00 Uhr bei 1.821,81 Einheiten. Der ATX Prime notierte zum oben genannten Zeitpunkt 1,43 Prozent tiefer bei 916,69 Punkten. Im prime market zeigten sich elf Titel mit höheren Kursen, 25 mit tieferen und zwei unverändert. In zwei Aktien kam es bisher zu keiner Kursbildung.
Bis dato wurden im prime market 3.597.497 (Vortag: 2.808.027) Stück Aktien umgesetzt (Einfachzählung) mit einem Kurswert von rund 92,405 (64,49) Mio. Euro (Doppelzählung). Umsatzstärkstes Papier ist bisher Erste Group mit 831.989 gehandelten Aktien, was einem Kurswert von rund 21,36 Mio. Euro entspricht.