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01.09.2011 13:01
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Klagsflut rollt auf Immofinanz zu

Advofin bringt Klagen in Höhe von 200 Mio. Euro ein

CEO Eduard Zehetner
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Die Causa Immofinanz/Constantia Privatbank wird die Justiz noch längere Zeit beschäftigen. Neben den strafrechtlichen Ermittlungen der Wiener Staatsanwaltschaft gegen Ex-Chef Karl Petrikovics und eine Reihe weiterer früherer Organe muss sich die börsenotierte Immofinanz auf der Zivilrechtsfront mit zahlreichen Anlegerforderungen herumschlagen. Nun rollt eine weitere Klagslawine auf die Gesellschaft zu. Allein der Prozesskostenfinanzierer Advofin macht bis Ende der Woche einen Schaden von rund 200 Mio. Euro geltend. Weitere 250 Klagen hat der oberösterreichische Anwalt Michael Poduschka in den vergangenen Wochen eingebracht.

Rund drei Jahre ist es nun her, seit die mutmaßlichen Malversationen des früheren Immofinanz/CPB-Managements aufflogen - es gilt die Unschuldsvermutung. Infolgedessen kam es zu einem beispiellosen Kursgemetzel, begonnen hatte der Verfall freilich schon im Gefolge der Subprime-Krise 2007. Im Jahr 2008 büßte die Immoaktie schließlich mehr als 90 Prozent ihres Werts ein. Neben institutionellen Investoren waren auch tausende Kleinanleger mit riesigen Verlusten konfrontiert, das als sicher geltende Papier war im großen Stil von Banken und Finanzberatern an den Mann und die Frau gebracht worden. Viele von ihnen wollen nun ihr Geld zurück und sind bereits vor Gericht gezogen. Beklagt ist beispielsweise der AWD, dem vorgeworfen wird, die Immoaktie systematisch als risikolose Anlage verkauft zu haben, was AWD stets bestritten hat.

Jetzt muss sich aber auch das neue Immofinanz-Management um Eduard Zehetner mit der Vergangenheit herumschlagen. "Um verjährungsmäßig auf der sicheren Seite zu sein - am 6. Oktober 2008 ist Karl Petrikovics zurückgetreten", deckt etwa Advofin die Immofinanz bis Ende der Woche mit neuen Klagen ein, wie Franz Kallinger der APA sagte. Konkret sollen neun Sammelklagen, rund 25 Einzelklagen für Stiftungen, 20 für Fonds und weitere 50 für Anleger eingebracht werden. Gesamtvolumen: Rund 200 Mio. Euro. Neben der Immofinanz ist zum Teil auch die CPB-Nachfolgegesellschaft Aviso Zeta beklagt.

Auch der Anwalt Michael Poduschka war in den vergangenen Wochen in der Causa aktiv. "Rund 250 Klagen habe ich in den letzten eineinhalb Monaten eingebracht. Die Immofinanz soll die Aktien zurücknehmen und meinen Mandanten das Geld zurückzahlen", sagte er im Gespräch mit der APA.

Die Vorwürfe sind altbekannt: Das Unternehmen hätte ihren Aktionären nicht verschweigen dürfen, dass ihr Geld nicht ausschließlich in Immobilien, sondern zu einem Gutteil auch in den Kauf von Aktien geflossen sei. Bei der Immofinanz steckten laut Poduschkas Berechnungen im Jahr 2008 nur zwei Drittel der Aktiva in Immobilienvermögen, bei der Immoeast überhaupt nur die Hälfte.



Rechtsanwalt Michael Poduschka geht es nicht darum, "dass sie etwas Falsches gesagt haben, sondern darum, dass sie etwas verschwiegen haben". Hinzu komme, dass mit dem Geld der Anleger "nicht irgendwelche Aktien" erworben worden seien, sondern eigene. Poduschka ortet hier Marktmanipulation, da der Rückkauf vorher nicht kommuniziert worden sei. "Die Leute müssen wissen, ob der Kurs den Marktverhältnissen entspricht. Hier wurde der Kurs mit Geld der eigenen Anleger 'gefaked'", so der Rechtsvertreter.

Dadurch sei eine Spirale in Gang gekommen: Je mehr Leute eingestiegen seien, desto mehr habe die Aktie an Wert gewonnen. Die Kursrallye wiederum habe immer neue Anleger angelockt. "Dabei war Petrikovics über die Constantia-Privatbank-Töchter für den regen Handel großteils selbst verantwortlich", behauptet der Rechtsvertreter.

Da die steile Fahrt nach oben aber eben aufgrund der mutmaßlichen Malversationen ein abruptes Ende nahm, seien auch Anleger zu Schaden gekommen, die zu niedrigen Kursen eingestiegen waren und deshalb "eigentlich nicht getäuscht wurden", wie Poduschka ausführt. "Jemand kauft zu 5 Euro, der Kurs steigt auf 10 Euro, dann kommt der Skandal - und der Kurs kracht runter auf 25 Cent." Der renommierte Wiener Rechtswissenschafter Georg Wilhelm nennt dies in einem Artikel in der juristischen Fachzeitschrift ecolex "Skandalschaden". Bei der Immofinanz, so Poduschka, sei genau das der Fall gewesen, denn: "Bad news travel fast."

Karl Petrikovics weist derartige Vorwürfe zurück. Sein Anwalt Otto Dietrich verwies am Donnerstag gegenüber de APA auf das Gutachten des Sachverständigen Christian Imo. Darin sei "eindeutig festgestellt worden, dass die Kursentwicklung bei der Immofinanz und bei der Immoeast in keiner Weise von vergleichbaren Werten abweicht. Es ist auch festgehalten worden, dass keine Marktmanipulation feststellbar ist."

Advofin-Chef Franz Kallinger, der rund 4.000 Immofinanz-/Immoeastanleger, darunter auch Großinvestoren Deutschland oder Holland, vertritt, kritisiert indes auch das neue Immofinanz-Management scharf. "Die Immofinanz hat einen Verjährungsverzicht kategorisch abgelehnt. Das allein macht eine derartige Klagsflut notwendig", meinte er. "Wenn die Immofinanz überzeugt davon ist, dass an den Vorwürfen nichts dran ist, könnte man das in Musterklagen klären. Dann braucht niemand jammern, dass die Gerichte überlastet werden."



Darüber hinaus müsse sich der neue Immofinanz-Boss Eduard Zehetner "schon im Klaren sein, was das an Kosten verursacht." Bisher habe Advofin schon 2,8 Mio. Euro an Gerichtsgebühren aufgewendet. "Ich bin überzeugt davon, dass hier bei der nächsten Immofinanz-Hauptversammlung (am 28. September im Wiener Austria Center, Anm.) einige Fragen auf Zehetner zukommen werden", meinte Kallinger und wetterte: "Sich so auf ein hohes Ross zu begeben, finde ich nicht in Ordnung."

Bei Zehetner sorgt dies für Kopfschütteln: "Ich kann nicht jemandem, der von unserem Unternehmen Geld will, seinen Weg erleichtern", meinte er zur APA. "Die 4.000 Klagen des Herrn Kallinger sind schon lange angekündigt. Er soll sie endlich einbringen, aufpassen, dass ihm keine Fehler passieren und auf die Gebührenschonung seiner Mandanten achten", ätzte der Immofinanz-Chef. "Meine Hauptaufgabe als Vorstand ist es, das Unternehmen und unsere bestehenden Aktionäre gegen Leute wie Herrn Kallinger und Herrn Poduschka zu verteidigen, die ihr Geschäft nicht aus Barmherzigkeit betreiben", sagte der Manager und setzt noch eins drauf: "Die Wünsche, die die Herren an mich richten, und der geforderte Verjährungsverzicht grenzen an Untreue."

Ob die Immofinanz nun ihre Prozesskostenvorsorgen erhöhen muss? "Wenn die Klagen in der Qualität wie die alten sind, kann ich mir nicht vorstellen, dass sich der Rückstellungsbedarf wesentlich erhöht." Die Rückstellungen für die momentan laufenden Verfahren "erachten wir als ausreichend." Beziffern wollte diese Zehetner nicht. (APA)
 

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wiwiwi
"Rede verschlagen"2012-05-24 23:09:18
195 Postings

seit 2008-11-12

ja, ja ... jetzt hat es sogar den hochjublern die rede verschlagen ...
war da nicht kürzlich ein thread "Immofinanz-Aktie unternimmt neuen Anlauf in Richtung drei Euro"?

, Nr. 1 
antworten
klondikekid
332 Postings
seit 2007-08-15
> Re(1): 2012-05-25 00:02:04


du VollKoXXer, dieser thread wurde angelegt als der ATX bei 2100 Punkten war, damals war noch Sarkozy in Frankreich am Steuer und in Griechenland gabs noch eine Regierung welche versuchte die Vorgaben zu erfüllen.

Mitllerweile ist es wieder etwas anders. Damals (so Anfang April) war die IIA auf 2,85 und man konnte tatsächlich von einem Anlauf auf die 3 sprechen. Sowie auch die Voest auf 30 hinsteuerte die OMV auf die 28 usw. usw. Kannst du bitte bei diesen Werten auch etwas lästern ?


, Nr. 2 
antworten
wiwiwi
195 Postings
seit 2008-11-12
>> Re(2): 2012-05-25 09:30:55


ad klondikekid

nervös?
alles belegt falsch: der thread wurde am 3.5.2012 und nicht anfang april eröffnet (brauchst nur zu scrollen. wennst nicht weißt wie das geht, helfe ich dir gerne)!
also, um mit deinen worten zu sprechen: wer ist der vollkoXXer?
und ned bös sein, aber dass der sarkozy u.u. nicht gewählt wird, war schon sehr wahrscheinlich ... und bzgl. griechenland wird es egal sein, so oder so chancenlos ausgeblutet.

, Nr. 3 
antworten
iManni
94 Postings
seit 2009-09-15
>>> Re(3): 2012-05-25 12:54:37


@klondi

er dürfte viel geld mit der IIA verloren haben darum hat er wahrscheinlich so eine negative einstellung der IIA gegenüber.
es stimmt schon das die IIA nicht so toll performt hat aber das mehrheitlich der ATX und seine werte noch schlechter performt hat sieht er leider nicht.

ich kann mich über die IIA nicht beschweren , natürlich habe ich mehr einen besseren kurs vorgestellt und gewünscht aber das umfeld ist im moment eben sehr schlecht.
trotzdem bin ich mit der IIA zufrieden und habe in den letzten jahren schöne gewinne gemacht und mit der DIVI kann jeder zufrieden sein denke ich.

allen noch schönes WE
lg manni

, Nr. 4 
antworten
Granit
114 Postings
seit 2008-05-14
>>>> Re(4): 2012-05-25 13:44:57


Auch wenn es hier viele wirklich wertvolle Beiträge gibt - egal ob positiv oder negativ, so bitte ich dennoch um etwas mehr Differenzierung in dem Fall...

1. ich weiß nicht wie oft hier schon im Quartals-Horizont der IIA großartige Kurssprünge bescheinigt wurden, und dennoch "gurken" wir irgendwo herum.
2. zu behaupten, dass Anfang Mai alle Risiken eingepreist gewesen wären die, heute bestehen bzw. definitiv sind, wäre gleichermaßen unrichtig...
3. "das habt ihr davon" bzw. "ihr werdet schon noch alle sehen" Postings halte ich für völlig wertlos, solange sie nicht einer gewissen, wissenschaftlichen Grundlage entspringen...
4. ich halte die IIA noch immer (mittelfristig) für einen der interessantesten Titel des ATX - die Gründe dafür sind einerseits mein hoffnungsloser Optimismus, andererseits auch ein paar Fundamentaldaten, die hier schon zur Genüge aufgezählt wurden bzw. eine attraktive Dividende...
5. solange wir keinen eindeutigen Kurs in Europa haben, wird es bei der Seitwärtsbewegung bleiben, wobei ich mittlerweile ja schon beinahe glaube, dass der Kurs an sich inhaltlich nicht so das Thema sein wird, solange es endlich einen gibt...
6. Letztendlich glaube ich, dass das Jahr 2012 noch sehr volatil bleiben wird - allerdings kann man ja auch da mit Geld verdienen...
7. für mich bedeudenen fallende Kurse bei der IIA in erster Linie zukaufen - so gesehen habe ich kurzfristig nichts dagegen...


, Nr. 5 
antworten
wiwiwi
195 Postings
seit 2008-11-12
>>>>> Re(5): 2012-05-25 14:26:37


ad iManni
wenn ich viel geld verloren hätte, könntest es wissen. ich operiere nur mit selbst verdientem geld!

ad Granit
zu 1. so sehe ich das! und wenn das papierdl herumgrundelt (wie seit vielen monaten) hört man fast nichts von den börsenprofis- nur wenn es wieder einmal 0,0..% raufgeht, geraten sie ins schwärmen ...
zu 3. eine "wissenschaftliche grundlage" bei börsenspekulationen?

, Nr. 6 
antworten
klondikekid
332 Postings
seit 2007-08-15
>>>> Re(4): 2012-05-25 18:01:22


.... ja wahrscheinlich hat wiwiwi ziemlich viel kohle mit der IIA verloren, da sind sicher sehr viele 2007 eingestiegen ... als die märkte überhitzt waren. Auch ich habe 2007 einige titel gekauft und im dadurch 2008/2009 verluste erlitten - deswegen kam es mir nie in den sinn einen "Hass" auf ein Börsenunternehmen zu entwickeln - hingegen gegen bestimmte personen (ie.: J. Meinl, KHG usw) kann auch ich ein resentiment entwickeln.

Immos habe ich 2007 nicht gekauft ... mir schienen sie schon etwa überteuert ... sie schütteten keine dividende aus obwohl das business so gut lief. Mittlerweile bin ich von der IIA überzeugt .... jetzt halten wir mal ein paar jahre und dann wirds schon höhere kurse geben und dazwischen gibt es schöne dividenen.

, Nr. 10 
antworten
schrotthändler
111 Postings
seit 2010-06-30
> Re(1): 2012-05-25 15:23:33


ist und bleibt ein papierdl fürs klo
.

, Nr. 7 
antworten
Granit
114 Postings
seit 2008-05-14
>> Re(2): 2012-05-25 15:51:48


zugegeben - von Wissenschaftlichkeit zu so sprechen wäre wohl - und wie gesagt: ich stimme zu, dass viel schöngeredet wird wenn der Tag lang ist - dennoch gibt es gute Gründe für die schwache Performance, die die IIA nicht verschuldet hat...

Letztendlich geht es wieder darum wie sehr der NAV Grundlage für irgendetwas sein darf/soll....

, Nr. 8 
antworten
klondikekid
332 Postings
seit 2007-08-15
>>> Re(3): 2012-05-25 17:34:27


@wiwiwi

nervös ? ... nein - ich bin völlig am chillen - den ich ich bin in die IIA investiert (und bin zu einem guten kurs eingestiegen) und sehe das ganze szenario derzeit gelassen bis amüsiert.

Was ich nicht ganz so gelassen sehe ist wenn jemand gegen einen forum-thread stichelt der quasi ewig alt ist - es gilt das gleiche wie bei den Zeitungen : Nichts ist so alt wie der thread von letzter woche.

eigentlich wollte ich im Mai hier nix mehr posten ... weil derzeit kaum nachhaltige erholungen an den märkten möglich sind ... aber hier postet wieder einmal der abschaum des forums (Schrotthändler, wiwiwi) und so habe ich versucht die sache auch den unterbelichteten zu erklären: wenn der Markt abschmiert ... dann kann sich auch die IIA dem nicht entziehen - auch wenn die charttechnik noch so schön war.

, Nr. 9 
antworten


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Alle Kursinformationen sind nach den Bestimmungen der jeweiligen Börse mindestens 15 Minuten oder mehr verzögert. ISIN AT0000809058

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