Jet2Web Abwerbe-Kampagne endet morgen

Während die Kampagne laut Jet2Web "mehrere Tausend neue ADSL-Kunden" brachte, blieb sie laut UPC-Telekabel "ohne erkennbare Auswirkung"
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Wien. Eines ist sicher: Die auf chello-Kunden gerichtete Jet2Web Abwerbe-Kampagne endet morgen. Ob sie Auswirkungen gehabt hat, wird für Normalsterbliche wohl nicht so schnell festzustellen sein.

Um der für morgen erwarteten Jubel-Aussendung von Jet2Web zuvorzukommen, teilte UPC-Telekabel heute jedenfalls vorsorglich mit: "Trotz massivem Werbeaufwand von Jet2Web gab es keine Kündigungswelle von chello-Kunden der UPC Telekabel. Der Versuch chello-Kunden von UPC Telekabel mit einem Lockangebot abzuwerben ist missglückt."

Kampf um Breitband-Surfer

Ganz anders sieht das Jet2Web Sprecherin Martina Tuma: "Unsere Erwartungen sind eingetroffen. Einige Tausend Kunden haben sich während der Aktion für einen Jet2Web ADSL-Zugang entschieden." Derzeit verfügt Jet2Web laut eigenen Angaben über rund 50.000 Breitband-Kunden. Zu Jahresbeginn waren es noch 40.000 Breitband-Kunden.

Da hat chello immer noch die Nase vorn. Ende 2000 gingen rund 80.000 Kunden über chello ins Internet. Wieviel es momentan sind, wird nicht publiziert. chello-Sprecherin Ingeborg Schultes-Holenka: "Diese Zahlen dürfen wir nicht bekannt geben."

Insgesamt ist Jet2Web mit 420.000 Kunden (350.000 Stammkunden plus 70.000 neue lion.cc-Kunden) immer noch grösster Internet-Service-Provider des Landes. Marktführerschaft wünscht sich die Telekom-Tochter auch am Breitband-Sektor. Tuma: "Wir arbeiten dran". Die UPC-Kunden-Abwerbeaktion endet zwar morgen, weitere Jet2Web-Aktionen sind jedoch in Planung.

Vergleich der Angebote wichtig

Das Nachrechnen wird den Kunden aber auch dann nicht erspart bleiben. Die in der Jet2Web-Werbekampagne behaupteten Einsparungen von bis zu 4.557 Schilling bei einem Wechsel halten laut chello jedenfalls einer näheren Überprüfung nicht stand: "Die von Jet2Web genannten Einsparungen berechnen sich vor allem aus dem Wegfall des einmaligen Herstellungsentgeltes (bis zu 2.160 Schilling)."

Ausserdem könnten UPC-Telekabel-Kunden um ein Entgelt von 788 Schilling/ Monat nicht nur unbegrenzt surfen, sondern hätten damit auch schon die Grundgebühren für den Priority Telecom-Service (Festnetztelefonie) und Take Two (Kombi-Tarif für Festnetz- und Mobiltelefonie) entrichtet.

Jet2Web-Kunden hingegen erhalten um ATS 799,- / Monat einen Internetzugang, der mit 1 GB Download limitiert ist, der zwar die Grundgebühr für die Festnetztelefonie, aber kein Mobilfunkentgelt enthält.

Dazu kommen die wesentlich höheren Telefontarife bei dem Jet2Web-Angebot: 106 Groschen/min in der Geschäftszeit und 88 Groschen/min in der Freizeit sind die Tarife für österreichweite Telefongespräche. Dem gegenüber stehen 69 Groschen/min in der Geschäftszeit und 29 Groschen/min in der Freizeit als Tarife von Priority Telecom.

 
von Martha Karner
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