das willst du (value1) in deinem solo pusher thread zu solon sicher nicht lesen, ist mir aber herzlich egal ;-) ist auch eher für die leser gedacht, die nicht auf dein marktgeschrei hier hereinfallen. ein bisschen mehr realitätssinn zur einschätzung der gesamtlage kann ja nicht schaden.
Solarbranche vor der Auslese von Notker Blechner 11.01.2011 17:40
DunkleWolken über der Solarindustrie: Nach dem Boom im vergangenen Jahr wird das Geschäft in einigen Märkten drastisch schrumpfen, vor allem in Deutschland. Es droht eine Pleitewelle und ein weiterer Ausverkauf bei Solar-Aktien.
Silvia Roth wirkt ziemlich ratlos. "Es herrscht viel Ungewissheit im Markt", sagte die Firmen-Mitgründerin des Solarzulieferers Roth & Rau vor kurzem auf dem Eigenkapitalforum in Frankfurt. Man könne noch nicht abschätzen, wie sich die Märkte in Deutschland, Spanien und den Emerging Markets entwickeln. Roth: "2011 ist alles möglich - entweder ein kleines Wachstum oder auch auch ein Minus von zehn Prozent."
Die Unsicherheit in der Branche ist groß. Kaum einer wagt vorherzusagen, wie stark der deutsche Markt schrumpfen und wie gut das Auslandsgeschäft laufen werde. Nur die britischen Marktforscher von IMS Research und die Schweizer Bank Sarasin zeigen sich optimistisch und prophezeien der Photovoltaik-Industrie rosige Zeiten. So rechnen die Experten von Sarasin mit jährlichen Zuwachsraten von 33 Prozent weltweit. Der Nachfragerückgang in Deutschland werde durch Wachstum in Italien, USA, Osteuropa und Asien überkompensiert, glauben die Marktforscher von IMS Research.
Vertreter der Solarbranche äußern sich wesentlich vorsichtiger. "Der weltweite Markt wird 2011 zwar wachsen, aber gewiss nicht so stark wie im vergangenen Jahr", sagte Andreas Hänel, Chef von Phoenix Solar auf dem Eigenkapitalforum. Als größten Wachstumsmarkt der Zukunft sieht Hänel die USA. Dort wollen die Münchner künftig kräftig expandieren.
Die Realität sieht nüchterner aus
Analysten sind teilweise noch skeptischer. "Zuwächse werden nur noch außerhalb Europas stattfinden", glaubt Götz Fischbeck von der BHF Bank. Er verweist auf Einschnitte der Solarförderung in der Tschechischen Republik, in Frankreich, Italien und Spanien. Die tschechische Regierung hat sogar eine Solarsteuer von 26 Prozent erhoben.
Große Hoffnungen richten sich auf die Schwellenländer China, Indien und Brasilien. Dort steht der Solarmarkt noch in seinen Anfängen. Bis diese Märkte ihren Durchbruch erleben, dürfte freilich noch einige Zeit vergehen. In China produzieren zwar mehrere heimische Firmen Zellen und Module, die aber größtenteils ins Ausland exportiert werden, darunter vor allem nach Deutschland.
Überkapazitäten und neuer Preisverfall drohen
Das könnte 2011 zunehmend zum Problem für die deutschen Solarfirmen werden. Die chinesischen Anbieter wie Suntech Power und Yingli, die Zellen und Module 30 bis 40 Prozent billiger herstellen, bauen ihre Kapazitäten ungebremst aus. Das Angebot wächst stärker als die Nachfrage. Die Folge: Es drohen Überkapazitäten und Preisverfall.
Wer diesen Preisrutsch nicht aushalten kann, muss um seine Existenz bangen, sind Experten und Branchen-Vertreter überzeugt. Centrosolar-Chef Alexander Kirsch rechnet mit einer Pleitewelle. "Die große Auslese kommt ab 2011", prophezeite er in der Presse Ende des vergangenen Jahres. Langfristig würden nur zwei bis drei deutsche Solarfirmen überleben, glaubt gar Solarworld-Chef Frank Asbeck.
"Marktbereinigung notwendig"
Wolfgang Hummel von der Berliner Hochschule für Technik und Wirtschaft sieht als mögliche Pleite-Kandidaten Conergy, Q-Cells und Solon. Der Solarexperte hält eine Marktbereinigung für "notwendig".
Nur jene Konzerne werden überleben, die ihre Kosten deutlich senken können, sagt Thomas Werner, Chef des drittgrößten Solarkonzerns Sunpower. "Vollintegrierte Konzerne sind dafür besser geeignet als Spezialisten." Sie können auf allen Stufen die Kosten senken und die Wertschöpfung erhöhen. Solarworld, einziger vollintegrierter Anbieter in der deutschen Solarlandschaft, werden deshalb gute Zukunftsperspektiven zugetraut.
Rosige Perspektiven für die Zulieferer
Gut aufgestellt sehen Experten wie Hummel oder BHF-Analyst Fischbeck auch die Zulieferer von Produktionsanlagen für die Solarindustrie. Firmen wie Centrotherm, Manz Automation, Roth & Rau und SMA haben international kaum Konkurrenz. Dieter Manz, Chef von Manz Automation, blickt denn auch "sehr entspannt" ins neue Jahr. "Wir werden auch 2011 zweistellig wachsen", sagte er vor kurzem boerse.ARD.de. Vor allem von China verspricht sich Manz viel. Dort erwartet er immer größere Projekte, die vergeben werden. Manz will sich davon ein großes Stück abschneiden. "China ist ein riesiger Markt für uns." Schon jetzt erzielt Manz 75 Prozent seiner Exporte in Asien.
Nur die Kursentwicklung ärgert Manz. "Solaraktien wurden über einen Kamm geschert. Es wurde nicht zwischen Herstellern und Zulieferern unterschieden." Das könnte sich in diesem Jahr ändern. Das Kursrückschlags-Potenzial bei den auf Solarenergie spezialisierten Maschinenbauern ist am niedrigsten", sagte BHF-Analyst Fischbeck gegenüber boerse.ARD.de. Bei den Aktien der Solarzellen- und Modulhersteller sei dagegen der Tiefpunkt möglicherweise noch nicht erreicht, warnt er.
Bundesregierung will Förderung weiter kappen
Zumal der Branche weitere Kürzungen in Deutschland drohen, möglicherweise schon zur Jahresmitte statt Anfang 2012. Sollten in diesem Jahr über 3,5 Gigawatt neu installiert werden, würde die Förderung nochmals um neun Prozent gekappt werden. Im Extremfall drohen Vertreter aus der CDU gar mit einer Deckelung der Solarförderung. Dann gäbe es nur noch bis zu einer bestimmten installierten Leistung Geld.
Das lehnt der Bundesverband Solarwirtschaft entschieden ab. "Wer einen Deckel fordert, will der Solarbranche schaden und den Ausbau erneuerbarer Energien ausbremsen", kritisiert Geschäftsführer Carsten Körnig. In Spanien sei durch die Deckelung der gesamte Solarmarkt zusammengebrochen.
Quelle:
http://boerse.ard.de/content.js...