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Abmeldung des Bezugs
Nada Surf live @ the Spitz, London

Pop ist wieder „in“. Nicht erst seit heute oder gestern. Eigentlich schon seit einiger Zeit, was man allerdings bei der (in)offiziellen Albumpräsentation von Nada Surfs neuem „The Weight is a Gift“-Meisterwerk im Londoner Spitz nicht wirklich vermuten konnte. Dies lag allerdings mehr an der Besucheranzahl: Keine 200 Besucher fasst das Spitz, was automatisch in einer familiären Wohnzimmeratmosphäre für eine, der mit „Death Cab for Cutie“ oder den Dashboard Confessionals für die Wiederauferstehung der einfachen Pop/Rock/Emo-Songs verantwortlichen, wegweisenden Bands, resultierte. Natürlich war das Event ausverkauft, zu gespannt war man auf den Nachfolger von einem der besten Alben des neuen Jahrtausends „Let Go“ aus dem Jahr 2003. Let Go stellte auch an diesem gemütlichen Abend im Spitz, an dem man Nada Surf hautnah erleben konnte, mit Matt, Ira und Daniel plaudern und ein Bier trinken konnte, einen Hauptteil des Sets dar. Allerdings wurden die neuen Stücke geschickt eingebaut. Bereits nach dem obligatorischen Opener „Blizzard of 77“ wurde bereits frenetisch gefeiert, spätestens nach „Inside of Love“ und „Happy Kid“ hatten die drei Wahl-New Yorker ein Heimspiel. Offiziell war „The Weight is a Gift“ noch gar nicht zu haben, als die Band aber zu „What is your Secret“ ansetzte, waren die Anwesenden auch hier schon textsicher. „High-Speed Soul“ sollte folgen, wonach sich Let Go-Klassiker mit den neuen Nummern „Imaginary Friends“, „Do it Again“ und „Concrete Band“ abwechselten. Einen Höhepunkt des soundmaässig grausamen Wohnzimmergigs brachte das zarte „Killian's Red“ gefolgt von „Paper Boats“ und „Always Love“. Erst gegen Ende traute sich die Band mit dem gewohnten Medley aus „Stalemate“ und Joy Divisions „Love Will Tear Us Apart“ sowie „Hyperspace“ über einige Stücke von „Proximity Effect“, einem der wohl besten unbekannten Alben des vergangenen Jahrzehnts. „Hyperspace“ und „The Way you Wear your Head“ bildeten den Abschluss des energiegeladenen Sets, welches Nada Surf abermals von der sympathischen Seite zeigte. Keine Band ist auf ihren Konzerten derart zugänglich und persönlich, wobei man hierbei bereits auf die kommende Tour (im November mit dem ausgezeichneten Howie Beck in der Wiener Arena) in grösseren Hallen gespannt sein darf. Gefallen konnte bei der in ausnahmslos lockerer Atmosphäre präsentierten Spitz-Show die perfekte Setlist, in welcher sich die neuen Stücke nahtlos in die Let Go-Vorgänger einreihten. Leider weigert sich die Band weiterhin, mehr Nummern von Proximity Effect oder high/low live darzubieten, wobei auch schon bei vergangenen Shows gezielt auf den College-Hit „Popular“ verzichtet wurde. Man darf wirklich gespannt sein, ob Nada Surf auch nach dieser Tour noch ein gewisser Underground-Status erhalten bleibt, oder der Band der Durchbruch gelingt. „The Weight is a Gift“ ist zwar kein „Let Go“, zusammen mit älteren Stücken fällt dies live allerdings gar nicht auf. Im Gegenteil: die neuen Stücke runden Nada Surf als Band ab und verleihen den New Yorkern noch mehr Charme. Man kann nur hoffen, dass uns diese Band in dieser Form erhalten bleibt und sich die drei endlich wieder über „Mother's Day“ von Proximity Effect trauen. Dies ist und bleibt eine der besten Pop/Rock-Nummern, die es je gab, wobei sich Unwissende auch der kritischen Lyrics bedienen sollten.

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Direkt aus der Londoner Musikszene berichtet unser Korrespondent Andi Posavac

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