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dEUS live @ ICA, London

Den Glauben nicht zu verlieren und zu hoffen. Dort ansetzen, wo andere aufhören oder anstehen. Diese Gedanken lassen sich nicht nur von einigen Religionen herleiten, sondern treffen auch auf dEUS zu, die gestern im Institute for Contemporary Arts ihr neuestes Werk „Pocket Revolution“ vorstellten. Nicht nur das, die fünf Belgier machten nach einer fünfjährigen Pause und einer achtjährigen London-Absenz wieder Halt in der englischen Hauptstadt. An alle die den Glauben nicht verloren haben: Die Band rund um Mastermind Tom Barman begeistert mehr denn je. Einst schafften die kreativen Verrückten als Lieblingsband von Thom Yorke und Michael Stipe den Durchbruch mit dem geigengetriebenen „Suds & Soda“. Nach dem schrägen Erstling „Worst Case Scenario“ folgte mit „In a Bar under the Sea“ eines der besten Alben der Geschichte und drei Jahre später legten dEUS mit „The Ideal Crash“ noch eins nach. Drei Alben innerhalb von sieben Jahren entstanden aus dem Kollektiv dEUS, welches der Wegbereiter der belgischen Musikszene war. Ein Album, eine Tour, ein Bandsplit. Immer wieder brach die Band allerdings aufgrund kreativer Spannungen auseinander, doch dann entstand aus dem Nichts „Pocket Revolution“. Am Dienstag im ICA präsentierten sich dEUS in enormer Spiellaune. Die neuen Nummern fügen sich nahtlos ein, noch besser, „Pocket Revolution“ rundet dEUS erst richtig ab. Die neuen Stücke sind eindeutig rockiger und bilden mit den älteren Nummern einen perfekten Soundtrack. Barman keuchte, stöhnte und schrie in das verzerrte Mikrofon, während Ex-„Evil Superstars“-Mastermind Mauro Pawlowski seine Mustang zum Schreien brachte. Zudem wummerte der Bass Alan Gevaerts vor sich hin, ganz zu schweigen von den Soundteppichen die Klaas Janzoons legte, während er seine Violine zupfte. Besonders gut gefiel bei der Eröffnungsshow der Welttour die ausgewogene Setlist, die sowohl „W.C.S“, als auch die ausgezeichneten „Little Arithmetics“, „Serpentine“, „Instant Street“ oder „Fell off the Floor“ beinhaltete und über sämtliche Alben reichte. „If you don't get what you want“ oder „Nightshopping“ von „Pocket Revolution“ brachten rockige Impulse in das Set, „7 days, 7 weeks“ und „Stop-Start Nature2“ holten wieder zurück. Im Hintergrund schienen die Scheinwerfer auf Barman, als wollte man sagen: Schaut euch das an, solange ihr noch könnt. Obwohl keiner der ausgewählten 200 Besucher die neuen Stücke kannte, hatten dEUS das Publikum fest im Griff. Nach zwei Stunden ausgefeilter, anspruchsvoller Musik, die einem nahe ging, verabschiedeten sich dEUS standesgemäss mit „Suds & Soda“ und machten Lust auf die Herbsttermine. Wenn die überhaupt noch stattfinden.

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Direkt aus der Londoner Musikszene berichtet unser Korrespondent Andi Posavac

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