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"Ta Dah!" - Die Scissor Sisters waren da

New York Underground, Glamour, Glanz, Sex und Party! Mit diesen Erwartungen mussten die Scissor Sisters am Dienstag bei ihrem Showcase zur Albumpräsentation zum neuen Silberling, der sich "Ta Dah!" nennt, fertig werden. Erfüllen konnten sie allerdings nur wenige. Zu durchgestylt und glatt wirkte der knapp einstündige Auftritt, bei dem die New Yorker Teile ihres Neulings vorstellten, allerdings spürbar auf die alten Hits aus dem 2004er Debütalbum wie "Laura", "Take your mama out" oder "Comfortably Numb" setzten. Das Wiener Publikum kann ja generell als ein nicht zu aufbrausendes, abgehendes beschrieben werden, aber selbst rund 150 "Szeneleute" aus der Musikbranche (Medien, Plattenfirmen etc.) und 150 geladene Fans, die Tickets nur gewinnen - nicht kaufen - konnten, schafften es nicht, das glamouröse Palais Ferstl zum Kochen zu bringen. Wobei hierbei gesagt sein muss, dass die Veranstalter sehr gute (und sicher auch teure) Arbeit geleistet haben. Denn das Palais Ferstl, total im Scissor Sisters Gewand, inklusive kostenlosem Alkohol und Verpflegung samt eigenen Scissor Sisters-Punschkrapferl, sorgten durchaus für eine pompös-glamouröse Stimmung. Nachdem nach zwei Stunden Wartezeit der Grossteil der Anwesenden schon mehr oder weniger durch die Free-Drinks benommen war, hätten es die Scissor Sisters eigentlich leicht haben sollen, doch als der Vorhang fiel, sprang der Funke trotz sofortigem "Take your mama out" und dem frühen "Laura" nicht über. Die Band zeigte sich zwar engagiert, genauso wie Ana Matronic und Jake Shears, die zweifelhaft versuchten in ihren glänzenden Outfits herumhüpfend auf die Qualität des neuen Albums "Ta Dah!" hinzuweisen, richtig Stimmung kam allerdings erst am Schluss auf. Die Vorab-Single "We do feel like dancing", an welcher Elton John normalerweise Klavier spielt und welche Jake in klassischer BeeGees Manier vorträgt, wurde vom Publikum zur Gänze ignoriert, genauso wie die restlichen fünf neuen Nummern, erst als die Sisters mit "Comfortably Numb" und "Filthy/ Gorgeous" die Schlussphase einläuteten, konnte man an manchen Stellen tanzende Beine sehen. Der Partyfaktor hielt sich also in Grenzen, vor allem da man teilweise die neuen Stücke nicht von einander unterscheiden konnte. Von einer Band, die in der New Yorker Gay-Club Szene vor nicht allzu langer Zeit ihre Anfänge machte, danach im Heimatland ein Plattenvertrag verwehrt blieb und erst 2005 in England den absoluten Durchbruch schaffte, hätte man sich etwas mehr Direktheit und Hinweise zu den Wurzeln gewünscht - für welche das Quintett zumal auch berühmt ist. Leider schien die Show aufgesetzt, womit auch die Originalität als sexlastige/ offene Band dahin war. Selbst das prachtvolle Ferstl konnte bei der Veranstaltung (bei der beinahe alles perfekt war) nicht über die Tatsache hinwegtäuschen, dass den Sisters die Ehrlichkeit etwas fehlte, was sich sofort auf die Musik und Show übertrug. Der anwesende Grissemann tat bei seiner Ansage schon recht daran, dass er mehr von der Geschichte und Architektur des Ferstl erzählte, denn die war im Gegensatz zu den Scissor Sisters wirklich beeindruckend.

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Direkt aus der Londoner Musikszene berichtet unser Korrespondent Andi Posavac

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