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Pearl Jam live @ Astoria, London
Zuerst die schlechten Nachrichten: 1) Fotos des einmaligen Gigs von Pearl Jam im Londoner Astoria gibt’s nicht bzw. nur von Handycameras, den Besuchern wurden über 700 Kameras abgenommen, darunter allen Journalisten. 2) Mike McCready mag zwar einer der begnadetsten Gitarristen sein, allerdings passt sein jugendliches Springen und Hüpfen irgendwie gar nicht zu einer Band wie Pearl Jam. 3) Nachdem man dieses Konzert miterlebt hat, wird es für alle anderen Konzerte schwer, ein Erlebnis dieser Art zu toppen. Sechs Jahre hat es gedauert bis die Grunge Veteranen Pearl Jam wieder den Fuss auf europäischen Boden setzten, und noch länger hat es gedauert, bis die Megastars eine Klubshow auf diesem Kontinent spielten. Dies sollte sich am 20. April 2006 ändern, wo die Band aus Seattle im legendären Astoria Club in London das neue Album „Pearl Jam“ vorstellte. Ein neutraler Konzertbericht ist hier fast unmöglich, denn wenn man bei einer derartigen Show als langjähriger Fan seiner Lieblingsband dabei sein darf, ist man schon voreingenommen. Dennoch: Pearl Jam sind zurück und dies besser denn je. Mit extremer Spielfreude startete das zweieinhalb Stunden Set mit der jüngsten Single „World Wide Suicide“. Danach mit „Life Wasted“, „Severed Hand“, „Unemployable“ und „Gone“ vier weitere sozialkritische Nummern des neuen Albums bevor man die ohnehin energiegeladene Halle mit einer 9-Minuten Version von „Even Flow“ erstmals zum Explodieren brachte. Angesichts der kollabierenden Mädchen in den ersten Reihen wurden Erinnerungen an Beatleshysterien aus den 60ern wach. Weiters sang das gesamte (!) Publikum jedes einzelne Wort mit, was Eddie Vedder und die Band sichtlich beeindruckte. Mit „Sad“ folgte eine der nur zwei Balladen auf dem neuen Album, danach konnte man bei „I am mine“ etwas verschnaufen, bevor einem „Insignificance“ und „Army Reserve“ wieder alles abverlangte. Jeder Moment schien etwas absolut besonderes, und als sich Pearl Jam am Ende des zehnminütigen, pulsierenden „Present Tense“ vor den Augen von Robert Plant und Ian Anderson in ein Sologeflecht verspielten, wurde jeder einzelnen Person im Astoria dieser magische Moment bewusst. „Why Go“, vom Debutalbum „Ten“ beendete nach 90 Minuten das reguläre Set, doch die Band sollte noch drei Mal zurückkehren. Die Zugaben bestanden aus einem Hitfeuerwerk von Pearl Jam’s vergangenen sechs Alben, wobei man vor allem auf Klassiker wie „Man of the Hour“, „Given To Fly“ oder einer funkigen Version von „Porch“ setzte. „Comatose“ wie könnte es anders sein, ein Song über den derzeitigen apathischen amerikanischen Zustand unter George W. Bush leitete das Ende des Konzerts ein. Doch man wollte sich nicht verabschieden bevor man „Yellow Ledbetter“ und „Leaving Here“ gespielt hatte. Als dann alle bereit waren den Saal zu verlassen, überredete Vedder die Band zu einem letzten Song. „Alive“ sollte es sein. Dreizehn Minuten lang, fasste gerade dieser (Pearl Jam’s erfolgreichste Single) den Abend und die aktuelle Situation rund um die Band zusammen. Mike McCready tat das unmögliche und spielte das bekannteste aller Pearl Jam Solos in Hendrix Manier hinter dem Kopf, Vedder kletterte wie in jungen Jahren auf die Bühnenlichter um dann von dort wieder herunter zu springen, Jeff Ament und Schlagzeuger Matt Cameron bildeten die spielfreudige Rhythmusfraktion der Band und Stone Gossard war wieder einmal der Ruhepol der Band, der sich weder durch gerissene Saiten noch durch auf ihn einfliegende Bierbecher durcheinanderbringen liess und trotzdem seine Harmonien einbrachte. So ausgeglichen hat man Pearl Jam noch nie erlebt. Liegt es an der Tour-Pause, liegt es an der erstmaligen Unabhängigkeit der Band, die ihr neues Album nicht durch ein Major Label, sondern durch „J Records“ vertreiben wird, liege es an der politischen Situation in den USA, welche der Band seit eh und je ein Dorn im Auge ist und doch die Kreativität fördert: Pearl Jam sind zurück, und dies besser denn je. Grunge is dead, es lebe Pearl Jam!zurück |
Direkt aus der Londoner Musikszene berichtet unser Korrespondent Andi Posavac10.11.2006 3.11.2006 27.10.2006 17.8.2006 20.7.2006 22.6.2006 1.6.2006 27.4.2006 10.3.2006 10.3.2006 9.2.2006 9.2.2006 2.2.2006 26.1.2006 19.1.2006 12.1.2006 16.12.2005 1.12.2005 1.12.2005 4.11.2005 20.10.2005 6.10.2005 29.9.2005 22.9.2005 15.9.2005 25.8.2005 18.8.2005 11.8.2005 14.7.2005 7.7.2005 Live 8 live @ Hyde Park 30.6.2005 Coldplay live @ Crystal Palace Stadion 24.6.2005 Audioslave live in der Brixton Academy |
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