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Walk The Line – ein (zu) schmaler Grad

Monate lang hat man darauf gewartet, nun endlich ist Johnny Cash’s Lebensstory "Walk The Line" bei uns in den Kinos zu sehen. Klar, dass es bei einem solchen Film, der sich auf dem schmalen Grad zwischen Biographie und Hollywood Love-Story, die unterschiedlichsten Menschen in die Saale treibt. Von eingefleischten Musikfans hin zu "regulären" Kinogängern, die sich das Leben des einzigartigen Cash zu Gemüte führen wollen, alle findet man sie in "Walk The Line". Eines vorweg, auch ich habe mich monatelang auf die Verfilmung gefreut und war nicht der einzige der enttäuscht aus dem Saal ging. Das Positive vorweg: Joaquin Phoenix und Reese Witherspoon hätten sich mehr verdient, denn ihre schauspielerische Leistung und allen voran beider Gesangsbeitrag (ja, es sind wirklich ihre Originalstimmen) waren wirklich mehr als überraschend. Mängel gab es dagegen im Skript. Was hat sich James Mangold denn gedacht als er den eingefleischten Musikfans die Spätphase des Cash, etwa die American Recordings aus den 90ern, die Johnny Cash praktisch Kultstatus mitten in der Generation X bescherten, enthielt. Warum, wenn man schon eine Lebensgeschichte für eine Vielzahl von Schichten aufbereitet, enthält man den Zuschauern eine wegweisende, wenn nicht DIE den Wandel einleitende Geschichte, als Cash 1967, drogenvollgepumpt, todessüchtig, auf dem feuchten Boden einer Höhle in Tennessee liegend auf sein Ende wartete? Ein Jahr später stand Cash wieder auf den Brettern die die Welt bedeuten und verewiegte sich mit seinen Prison Shows in San Quentin und dem berühmten Folksom Prison Konzert. Mit denen endet "Walk The Line" und entlässt auch die regulären Kinobesucher mit schuldet diesen die restlichen 35 Jahre des Genies Johnny Cash. Leider eine Hollywood Love-Story wie es sie schon zu Hauf gibt, dabei hätte sich Herr Cash sicher mehr verdient. Und die Besucher auch.

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Direkt aus der Londoner Musikszene berichtet unser Korrespondent Andi Posavac

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