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Coldplay live @ Crystal Palace Stadion


Ein Drehbuch hätte nicht besser geschrieben werden können: An einem Konzertabend, den sämtliche der 45.000 Zuseher im Londoner Crystal Palace Stadion nie vergessen werden, betraten die New Yorker Interpol auf Einladung Coldplay's am frühen Abend die Bühne. Nachdem die erste Nummer „Obstacle“ gespielt wurde, setzte der Londoner Dauerregen ein und erzeugte für die in schwarzen und grauen Anzügen gekleideten Amerikaner bei Songs wie „Say hello to angels“, „NYC“ oder „Stella was a driver and she was always down“ eine nebelige, beinahe gespenstische Atmosphäre. Gänsehaut tat sich auf aufgrund der Kälte, aber auch durch die monoton dargebotenen aber durch Präzision und Intensität bestechenden, sich ins Gehör schrammenden „Slow hands“, „Evil“ und „C'mere“ vom jüngsten Antics-Album. Eine Stunde dauerte der New Yorker Spuk, gute 30 Minuten später betraten die Hausherren Coldplay die Bühne. Coldplay hatten es im Gegensatz zu Interpol leichter. Nicht nur weil man die Vorzüge eines Heimspiels, bei dem jeder Einzelne der 45.000 Anhänger sämtliche Textzeilen verinnerlicht hat, geniessen konnte, nachdem die Band den ersten Ton gespielt hatte, schloss der Himmel seine Pforten und die Abendsonne brach herein; innerhalb von Minuten, wie von der Band bestellt. Auf ging's mit sämtlichen Nummern der beiden ersten Alben „Parachutes“ und „A rush of blood to the head“, die für die kommenden 90 Minuten sämtliche Sorgen vergessen liessen. Ausgewogen mischte die Band die Songs des neuen „X&Y“-Albums ein, die live deutlich an Intensität und Direktheit gewannen. Neben Hits wie „Yellow“, „Clocks“ oder „God put a smile on your face“ wurden „Fix you“, „What if“, „Twisted Logic“ oder die erste X&Y-Singleauskopplung „Speed of Sound“ gereiht, die unter den altbekannten Stücken der Vorgängeralben erfrischende Energie ausstrahlten. Zudem funktionierte das Zusammenspiel von Band, Lichtshow und Publikum optimal. Feuerwerksexplosionen sowie ein sich im roten Lichtkegel am Klavier windender Chris Martin entzückten das Publikum mit einer Serie von Hymnen. Als nach 90 Minuten die vier Heiligen die Bühne ver- , sowie die Zuseher wieder in die Realität entliessen, begann es wieder zu regnen. Auch wenn Coldplay weiter ziehen, weiter predigen und an anderen Orten Musik-Gläubige heilen: Everything's not lost. Coldplay bringen und hinterlassen viel Wärme und Sonne. Eine der besten Pop-Bands der Welt, soviel steht fest. Jeder der die Gelegenheit hat, Coldplay auf der aktuellen Tour live zu bewundern, ist verpflichtet, das zu tun. Bessere Musik gibt es kaum.

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Direkt aus der Londoner Musikszene berichtet unser Korrespondent Andi Posavac

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