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Thread "ja lieber julius, da hast du uns beschissen!" zu Atrium European Real Est
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kaalex
ja lieber julius, da hast du uns beschissen!2008-02-13 16:15:36
436 Postings

seit 2007-03-11

profil vom 04.02.2008

Exklusiv.

Anleger von Meinl European Land finanzierten unwissentlich Wertpapiergeschäfte der Familie Meinl. Die Staats-anwaltschaft Wien bereitet erste Einvernahmen vor.

Ein Bericht, zwei Wahrnehmungen: Dienstag vergangener Woche langte bei der Staatsanwaltschaft Wien der mit Spannung erwartete Bericht der Oesterreichischen Nationalbank (OeNB) zur Sonderprüfung der Meinl Bank ein. Doch noch ehe der Eingangsstempel auf das 100 Seiten starke Konvolut gepresst war, machten bereits Spekulationen über dessen Inhalt die Runde. Kernaussage: Die OeNB habe auch nach monatelangen Untersuchungen zur Rolle der Bank im Skandal um die börsennotierte Immobiliengesellschaft Meinl European Land (MEL) keine Verfehlungen konstatiert.

Glück gehabt, nix passiert? Mitnichten.

Von Anfang an war klar, dass die Nationalbank die Bücher der Wiener Privatbank lediglich auf Verstöße gegen das Bankwesengesetz prüfen würde. Allfällige strafrechtlich relevante Vorgänge im Dunstkreis von Meinl European Land waren nicht Gegenstand der Untersuchung. Sie ressortieren in den Zuständigkeitsbereich der Strafverfolgungsbehörden: der Finanzmarktaufsicht (FMA), vor allem aber der Justiz. Diese hat in Zusammenhang mit den Wertpapierrückkäufen bei MEL bereits im Dezember ein staatsanwaltschaftliches Ermittlungsverfahren gegen "Ver und andere" wegen des Verdachts des Betrugs, der Untreue und diverser Verstöße gegen das Aktiengesetz eingeleitet. Für alle Beteiligten gilt bis zu einer rechtskräftigen Verurteilung die Unschuldsvermutung.

Erste Zeugen.

Wie profil-Recherchen ergaben, werden demnächst mehrere Herren Ladungen erhalten. Die Staatsanwaltschaft Wien bereitet umfangreiche Einvernahmen vor. Ob auch Bankier und Kaffeeröster Ver darunter sein wird, war zu Redaktionsschluss nicht klar. Im Büro von Staatsanwalt Karl Schober wollte das niemand kommentieren.

Nach Vorliegen des OeNB-Dossiers zeichnet sich ein System hinter den verheimlichten Wertpapierrückkäufen bei MEL ab: Die Transaktionen waren demnach keine von langer Hand geplante Aktion, sondern die unmittelbare Konsequenz der verunglückten Kapitalerhöhung vom Jänner 2007.

Vor mittlerweile einem Jahr hatte Meinl European Land zum vorläufig letzten Mal neue Aktien - genau genommen handelte es sich um Zertifikate auf Aktien - auf den Markt geworfen. Zwischen 22. Jänner und 9. Februar wurden insgesamt 75 Millionen Papiere zum Preis von jeweils 19,7 Euro abgesetzt, woraus der Gesellschaft 1,48 Milliarden Euro zuflossen.

Was die MEL-Manager, allesamt enge Vertraute oder Mitarbeiter von Ver, bisher wohlweislich verschwiegen: Von den 75 Millionen neuen Zertifikaten konnten mangels Anlegerinteresse zunächst nur 45 Millionen direkt platziert werden.

Auf 30 Millionen Stück blieb MEL sitzen.

Eine aus Meinls Sicht delikate Sache: Ein Scheitern der Kapitalerhöhung wäre nicht nur dem Börsenwert von Meinl European Land schlecht bekommen, auch der gute Name hätte gelitten. Und das wiederum hätte die späteren Börsengänge von Meinl Airports International (April) und Meinl International Power (Juli) gefährden können.

Die Beseitigung des Problems bringt Meinl jetzt erheblichen Erklärungsbedarf: Die unverkäuflichen Papiere wurden in einer Investmentgesellschaft gebündelt, die weder mit Meinl European Land noch mit der Meinl Bank in direkter Verbindung steht: das auf den niederländischen Antillen registrierte Vehikel Somal im Einflussbereich der Familie Meinl. Erstmals gibt das auch ein Meinl-Sprecher zu: "Ich kann bestätigen, dass Somal vorübergehend 30 Millionen MEL-Zertifikate gehalten hat."

Fast die Hälfte der Kapitalerhöhung 2007 - also annähernd jedes zweite Zertifikat - landete demnach nicht auf dem freien Markt, sondern im Umfeld des Meinl-Clans.

Den ahnungslosen Anlegern wurde anderes suggeriert. Auszug aus einer MEL-Pressemitteilung vom 9. Februar 2007: "Meinl European Land hat die bisher größte Kapitalerhöhung in der Unternehmensgeschichte erfolgreich abgeschlossen und vollständig platziert."

Was die Öffentlichkeit erst recht nicht ahnen konnte: Das Meinl-Vehikel Somal hatte zum damaligen Zeitpunkt bei Weitem nicht genügend Bares, um den Ankauf der 30 Millionen Zertifikate zu finanzieren. Gemessen am Einstandspreis von 19,7 Euro das Stück, hatte das Paket einen Gegenwert von immerhin 591 Millionen Euro (in alter Währung: 8,13 Milliarden Schilling).

Auch die Lösung dieses Dilemmas wirkt in der Nachbetrachtung nicht eben vornehm. Ausgerechnet Meinl European Land - jene Immobiliengesellschaft also, mit der Julius Meinl V. partout nichts zu tun haben will - trat in Vorlage. Um den Ankauf zu stemmen, legte Somal noch Anfang 2007 eine Anleihe auf, die von der MEL-Gruppe gezeichnet wurde. Kein Zufall: Der Repräsentant von Somal, Meinl-Banker Karel Römer, sitzt bis heute auch im Management von MEL.

Über das genaue Volumen der Somal-Anleihe ist nichts bekannt. Dem Vernehmen nach könnten es aber bis zu 400 Millionen Euro gewesen sein. Ein Meinl-Vertrauter bestätigt zwar die Existenz des "Bonds", nennt aber keine Details: "Der Bond war zu Marktkonditionen verzinst."

Neu war das Spielchen übrigens nicht. Vor mittlerweile zwei Jahren hatte Somal bereits einmal tatkräftig an einer Kapitalerhöhung bei Meinl European Land mitgewirkt. Im März 2005 waren 42 Millionen neue Zertifikate im Volumen von 560 Millionen auf den Markt geworfen worden. Auch damals landete eine nicht näher genannte Zahl an MEL-Zertifikaten bei Somal. Im Anhang des MEL-Geschäftsberichts für 2005 wird in diesem Kontext eine Somal-Anleihe im Volumen von exakt 48,117 Millionen Euro angeführt. Auch diese soll laut heutiger Auskunft "marktkonform verzinst" gewesen sein. Die angesammelten Titel wurden offenbar im Jahresverlauf 2006 verkauft, die Somal-Schuldverschreibung getilgt. Im MEL-Abschluss 2006 taucht sie nicht mehr auf.

Mit anderen Worten: Mehr als 100.000 arglose Investoren bei Meinl European Land finanzierten 2005 und 2007 unwissentlich Wertpapiergeschäfte des Meinl-Clans - mit MEL-Titeln.

Im Gegensatz zu 2005 stellte sich die Situation Anfang 2007 wenige Wochen nach der Kapitalerhöhung einigermaßen vertrackt dar. Das Karibik-Vehikel Somal saß einerseits auf 30 Millionen MEL-Zertifikaten und hatte andererseits Verpflichtungen aus der Anleihe. Gleichzeitig begannen Immobilienaktien weltweit im Lichte der steigenden Zinsen zu schwächeln.

Wären die MEL-Papiere im Somal-Portefeuille unter den Ankaufspreis von 19,7 Euro das Stück gefallen, hätte das früher oder später auf die Finanzen der Familie Meinl durchgeschlagen.

Die Inszenierung. Ver's Meisterstück: Um den MEL-Kurs zu stützen, wurde das "Rückkaufprogramm" gestartet. Zwischen April und August ließ MEL insgesamt 88,8 Millionen Zertifikate zum Durchschnittskurs von rund 20 Euro ankaufen. Nur eben anders, als bisher dargestellt. Während MEL die Papiere nämlich an der Börse zu überhöhten Kursen aufkaufen ließ, verscherbelte die Investmentgesellschaft Somal ihre MEL-Bestände quasi parallel über private Kanäle - im Fachjargon "außerbörslich" - zu eben den künstlich hochgehaltenen Marktpreisen. Aus Meinls Büro heißt es dazu nur: "MEL hat keine Zertifikate von Somal gekauft. Somal hat MEL-Zertifikate aus dem Eigenbestand lediglich außerbörslich und passiv, also ausschließlich auf Nachfrage, abgegeben."

So oder so: Somal, also im weitesten Sinne der Meinl-Clan, brachte die 30 Millionen Stück nach und nach in Umlauf und vermochte aus den Erlösen auch die Anleiheverpflichtungen samt Zinsen gegenüber MEL zu tilgen. Dank der gestützten Kurse dürfte Somal daran sogar verdient haben. "Ich bestreite das nicht", so ein Meinl-Sprecher. Zahlen nennt er nicht.

Dem Vernehmen nach sollen die Vorgänge in und um Somal auch der Auslöser für die Demission von Rupert-Heinrich Staller gewesen sein. Der MEL-Kapitalmarktbeauftragte hatte den Job Mitte November nach nur zweieinhalb Monaten hingeschmissen. Staller übt sich darauf angesprochen in vornehmer Zurückhaltung. Viel sagender Kommentar: keiner.

Konnte Somal die 30 Millionen MEL-Zertifikate nur dank des inszenierten Rückkaufprogramms gewinnbringend losschlagen? Und wer hat davon in letzter Konsequenz profitiert? Die Antworten auf diese Fragen haben strafrechtliche Relevanz, zumal der Verdacht der Untreue gegenüber den MEL-Anlegern im Raum steht.

Dessen ungeachtet erlangt die Affäre nun auch eine internationale Dimension. Da Meinl European Land auf der britischen Kanalinsel Jersey registriert ist, hat die österreichische Finanzmarktaufsicht - sie ermittelt weiterhin wegen des Verdachts des Insiderhandels und der Marktmanipulation - nun auch das lokale Pendant Jersey Financial Services Commission (JFSC) eingeschaltet. "Im Wege der internationalen Zusammenarbeit arbeiten wir selbstverständlich mit allen für die Untersuchung relevanten Aufsichtsbehörden zusammen", bestätigt FMA-Sprecher Klaus Grubelnik.

Unabhängig davon wird nun auch eine Gruppe von MEL-Investoren, darunter ein britischer Hedgefonds, die JFSC bemühen. Ein Vertreter dazu: "Unsere Anwälte stehen mit der Jersey-Aufsicht bereits in Kontakt. Solange die Causa nicht lückenlos aufgeklärt ist, werden wir nicht lockerlassen."


, Nr. 1 
antworten
trader72
179 Postings
seit 2007-05-22


mag das jemand zusammenfassen?

, Nr. 2 
antworten
nore666
974 Postings
seit 2007-05-22


find das datum komisch 4.02.2008 - im prinzip steht das drinnen was wir glaub ich schon zum größten teil wissen.

, Nr. 3 
antworten
TradersCafé
357 Postings
seit 2005-03-07


hm, 04.02. kommt mir auch komisch vor, artikel dürfte aktuell sein.

, Nr. 4 
antworten
bixi
1753 Postings
seit 2007-02-23
>>> Re: Datum falsch2008-02-13 16:50:38



aus dem obigen Text!

Den ahnungslosen Anlegern wurde anderes suggeriert. Auszug aus einer MEL-Pressemitteilung vom 9. Februar 2007: "Meinl European Land hat die bisher größte Kapitalerhöhung in der Unternehmensgeschichte erfolgreich abgeschlossen und vollständig platziert."

, Nr. 5 
antworten
bixi
1753 Postings
seit 2007-02-23
>>>> Re: 2008-02-13 16:51:50



blödsinn ist ja" 2007":))))

, Nr. 6 
antworten
nore666
974 Postings
seit 2007-05-22
>>>>> Re: 2008-02-13 16:54:59


na passt schon die letzte kapitalerhöhung war ja auch zu diesem zeitpunkt - und sie haben gesagt sie wurde vollständig platziert was aber nicht den tasachen entspricht

, Nr. 8 
antworten
nore666
974 Postings
seit 2007-05-22
>>>> Re: Datum falsch2008-02-13 16:53:32


ja das haben wir schon ein paar seiten vorher diskutiert - wo ich der meinung war das ist doch definitv markttäuschung.......hat aber keiner wirklich ja oder nein drauf gesagt

, Nr. 7 
antworten
TradersCafé
357 Postings
seit 2005-03-07
>>>>> Re: Datum falsch2008-02-13 16:57:38


naja, lt. diesem artikel dürfte es mit julius nicht gut ausgehen - denn wenn das definitv mit beweise festgestellt wird, dann viel spaß Ver!

, Nr. 9 
antworten
bixi
1753 Postings
seit 2007-02-23
>>>>> Re: 2008-02-13 16:57:48



für mich bewußte, arglistische Täuschung !

, Nr. 10 
antworten
Adam72
1047 Postings
seit 2007-11-21
>>>>>> Re: 2008-02-13 17:08:40


Keine Frage...
Ich haette auch nicht unbedingt MAI gezeichnet, wenn ich damals schon gewusst haette, was los ist.

, Nr. 11 
antworten
Honk
573 Postings
seit 2007-11-13
>>>>>> Re: 2008-02-13 17:14:30


riecht nach schwerer täuschung und betrug, schaut nicht gut für meinl (oder seine beauftragten) aus.
die frage ist, was das für uns investierte bedeutet?
saust der kurs jetzt durch die erdoberfläche nach unten oder sind diese news beim dzt. niveau schon fast egal, weil mel selbst nicht geklagt wird sondern meinl und andere personen. fact ist, dass das vertrauen gegen die handelnde bagage weg ist - wird sich da ein investor drauf einlassen? deshalb will anscheinend niemand mel kaufen sondern nur die oparativen darunterliegenden firmen.
wir haben allerdings zertifikate für mel nicht für mere...
was heisst ein verkauf dann für uns?

, Nr. 12 
antworten

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