Intercell-Aktie: Hartnäckiger Widerstand bei drei Euro
Intercell hat im vergangenen Jahr fast 60 Prozent eingebüßt, seit Jahresbeginn geht es langsam wieder bergauf. Bei der drei Euro-Marke war bisher aber Endstation.
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Ein Potenzial von 180 Prozent sieht der französische Analyst Pierre Corby von Aurel BGC bei Intercell. In seiner gestern veröffentlichten Analyse hat er das mittlere Kursziel mit sieben Euro angegeben. Die Empfehlung ist damit klar: “Buy”. Noch optimistischer ist Kempen. Die Experten glauben, dass der Impfstoff-Hersteller bei 7,5 Euro fair bewertet ist. Zu optimistisch? Geht es nach den Investoren und ihrer Reaktion auf die Dienstag früh veröffentlichten Quartalszahlen sowie der Finanzierungszusage durch BB Biotech, dann heisst die Antwort wohl ja. Die Aktie verlor zunächst über drei Prozent, bevor eine Stabiliserung einsetzte.
Apropos Absturz: Anleger hatten in den vergangenen Monaten ohnehin zu leiden, das Papier hat im abgelaufenen Jahr fast 60 Prozent eingebüsst, im ATX waren es “nur” 24 Prozent. Aber: Es hat sich zuletzt nicht nur ein Boden gebildet, der Chart zeigt sich sogar wieder von einer freundlicheren Seite: Seit Anfang des Jahres geht es mit Intercell langsam nach oben, im März bildete sich sogar ein Golden Cross – die 50-Tageslinie durchschnitt die 200-Tageslinie von unten nach oben. Das zu erwarten gewesene Kursfeuerwerk blieb aber aus, die drei Euro-Marke (ein Fibonacci-Widerstand) war nicht zu brechen. Aber Achtung: Nachdem die Aktie an diesen drei Euro gescheitert ist, ging es wieder bergab. Der Aufwärtstrend ist zwar nach wie vor intakt, das Papier bewegt sich aber wieder an seinem unteren Ende. Das heisst, in einem ersten Schritt wäre es für die Aktie wichtig, sich aus dieser Dreiecksformation zu befreien (bei rund 2,7 Euro), erst dann können wieder die drei Euro ins Visier genommen werden. Eine Unterstützung findet Intercell bei 2,4 Euro – darunter sollte sie aber nicht fallen – sonst ist der Aufwärtstrend endgültig gebrochen.
Die Hoffnung auf allzu rasche Kurssprünge (wie die avisierten sieben Euro) sollten sich Anleger aber nicht machen. Denn im Vergleich mit der Peer Group ist die Aktie nicht mehr allzu günstig bewertet. (sl)
Habe mir eben den CC angehört und interessantes vernommen:
Auf eine Nachfrage eines Analysten hat CEO Lingelbach mMn sehr offen geantwortet. Er hat bestätigt, dass bei den unten erwähnten 10-15 Mio. auch Verhandlungen mit Novartis in einer finalen Phase seien!! Bis Ende Mai werden wir dabei Sicherheit haben, eine News mit einer weiteren Novartis-Beteiligung zeitnah wäre nicht schlecht..
Auch jene 10 bis 15 Mio. Euro, die von anderen Investoren kommen werden?
Lingelbach: Ja, alles sollte bis Ende Mai abgeschlossen sein.
Börse Express: Die Konditionen für das Fremdkapital von BB Biotech sind nicht gerade günstig: Ein Mindestzinssatz von 10,9% und ein Anteil an den Umsätzen von Ixiaro von 5% würden für heuer eine Belastung von an die 3,7 Mio. Euro ergeben, für einen Kredit in Höhe von 20 Mio. Euro ein ordentlicher Zinssatz. Gab es keine günstigere Form der Finanzierung?
Thomas Lingelbach: Man darf die strategische Sicht nicht ausser Acht lassen. Wir haben immer betont, dass wir bei der Finanzierung auf zwei Kriterien besonderen Wert legen: Auf Investoren mit strategischem bzw. langfristigem Fokus, die Kenntnis vom Markt, dem Geschäft und den Risken haben. Zum anderen wollten wir die Verwässerung für die bestehenden Aktionäre so gering wie möglich halten. Damit ergibt sich automatisch eine Struktur, in der Fremdkapital eine Rolle spielt. In einem Hochrisiko-Geschäft, das Biotech ist, sind Darlehen eben nun einmal nicht sehr günstig. Wir sind aber überzeugt, dass dies unter den gegebenen Umständen ein sehr guter Deal ist. BB Biotech fungiert zudem als Anker für weitere Investoren, die einsteigen werden. Wie angekündigt, führen wir Gespräche mit spezialisierten Biotech-Investoren, die Eigenkapital von 10 bis 15 Mio. Euro zuführen werden. Damit sind wir jedenfalls bis zum Break-even ausfinanziert.
BE: Die Rückzahlung des Darlehens an BB Biotech startet erst im vierten Jahr. Hat das Einfluss auf den Zeitpunkt des Break-even?
Lingelbach: Die Rückzahlung fällt in eine Zeit, in der wir bereits profitabel wirtschaften werden. Am Zeitpunkt des erstmaligen Eintretens der Profitabilität (Intercell geht für 2014/15 vom Break-even aus, Anm.) ändert das nichts.
BE: Und wie sieht es mit der Umsatzkomponente für Ixiaro aus?
Lingelbach: Der Umsatzanteil wird quasi sofort schlagend, wir werden ihn ab dem nächsten Quartal bezahlen – allerdings nur auf den Intercell-Umsatz mit Ixiaro (50% des Ixiaro-Umsatzes fällt bei Intercell an, 50% beim Partner Novartis, Anm.).
BE: Und ändert das etwas an Ihrer aktuellen Guidance, wonach der Verlust 2012 zwischen 15 Mio. und 20 Mio. Euro liegen wird?
Lingelbach: Nein. Wir werden diesen 5%-Umsatzanteil auf der Kostenseite auffangen.
BE: In der Aussendung wird erwähnt, dass Intercell über eine Option verfügt, BB Biotech diese Umsatzkomponente wieder abzulösen. Der Gesamtbetrag an Umsatzanteilen, Zinsen und Kreditrückzahlung sei damit nach oben begrenzt. Können Sie uns Details nennen?
Lingelbach: Diese Details dürfen wir nicht bekannt geben. Sie können allerdings davon ausgehen, dass die Rückkaufoption am unteren Ende der Bandbreite liegt, die international in solchen Fällen üblich ist.
BE: Sie können auch das Darlehen jederzeit kündigen?
Lingelbach: Ja, es ist jederzeit kündbar. Sollte etwa im Jahr 2013 unser Pseudomonas-Wirkstoff schlagend werden und wir durch Meilensteinzahlungen oder weitere Partner zusätzliche Einkünfte haben, wäre das zum Beispiel eine Variante.
BE: Darlehen und Eigenkapitalanteil von BB Biotech fliessen bis Ende Mai. Auch jene 10 bis 15 Mio. Euro, die von anderen Investoren kommen werden?
Lingelbach: Ja, alles sollte bis Ende Mai abgeschlossen sein.
BE: Hat BB Biotech eine Sperrfrist für die Aktien?
Lingelbach: BB Biotech hat eine Lock-up Periode von sechs Monaten.
BE: Die Liquidität hat sich von Ende Dezember bis Ende März von knapp 51 Mio. auf 38,5 Mio. Euro verringert. Jetzt fliesst Geld zu. Gibt es eine Untergrenze an Liquidität, die Sie nicht unterschreiten wollen?
Lingelbach: Die Kreditkomponente, also die 20 Mio. Euro, wollen wir jedenfalls als Puffer haben. Und wir wollen nicht in eine Situation kommen, in der das Eigenkapital unter unseren Verpflichtungen zu liegen kommt.
BE: BB Biotech war in der Vergangenheit Intercell-Aktionär, hat die Position dann aber wieder schrittweise abgebaut. Ist das Vertrauen jetzt wieder erstarkt?
Lingelbach: BB Biotech glaubt an Intercells Strategie und an das Umsatzwachstum mit Ixiaro. Auch der Umstand, dass Intercell sehr zielgerichtet und fokussiert investiert, gefällt.
BE: Die Hauptversammlung von Intercell findet in Kürze statt. Dort geht es u.a. um die Schaffung von neuem genehmigten Kapital und auch die Ermächtigung zur Ausgabe von Wandelbonds. Was haben Sie mit den laufenden Wandelbonds, die 2014 fällig werden, vor?
Lingelbach: Wir wollen uns bei der Hauptversammlung jedenfalls Flexibilität schaffen. Es gibt natürlich einige Varianten, etwa jene, dass mit dem neuen Kredit ein Teil der Wandelbonds zurückgekauft wird. Aber das müssen wir dann mit den Wandelbond-Inhabern besprechen.
BE: Kurz zu den Quartalszahlen: Der Ixiaro-Umsatz ist zwar im Vergleich zum Q1 2011 gestiegen, liegt mit 4,6 Mio. Euro aber unter dem Wert aus dem Schlussquartal 2011 (6,1 Mio. Euro). Normale saisonale Schwankungen?
Lingelbach: Ja, wir liegen absolut im Plan und haben unsere Guidance für eine Steigerung der Produkteinnahmen um 8 Mio. bis 10 Mio. Euro in 2012 bestätigt. Das zweite und das dritte Quartal sind normalerweise immer am stärksten, im Vorjahr war das Schlussquartal sehr stark. Man muss auch berücksichtigen, dass unsere Umsätze etwas phasenverschoben sind. Und hier kann ich sagen, dass die Umsätze im Markt im Q1 sehr, sehr deutlich angestiegen sind.
Habe mir eben den CC angehört und interessantes vernommen:
Auf eine Nachfrage eines Analysten hat CEO Lingelbach mMn sehr offen geantwortet. Er hat bestätigt, dass bei den unten erwähnten 10-15 Mio. auch Verhandlungen mit Novartis in einer finalen Phase seien!! Bis Ende Mai werden wir dabei Sicherheit haben, eine News mit einer weiteren Novartis-Beteiligung zeitnah wäre nicht schlecht..
Auch jene 10 bis 15 Mio. Euro, die von anderen Investoren kommen werden?
Lingelbach: Ja, alles sollte bis Ende Mai abgeschlossen sein.
Börse Express: Die Konditionen für das Fremdkapital von BB Biotech sind nicht gerade günstig: Ein Mindestzinssatz von 10,9% und ein Anteil an den Umsätzen von Ixiaro von 5% würden für heuer eine Belastung von an die 3,7 Mio. Euro ergeben, für einen Kredit in Höhe von 20 Mio. Euro ein ordentlicher Zinssatz. Gab es keine günstigere Form der Finanzierung?
Thomas Lingelbach: Man darf die strategische Sicht nicht ausser Acht lassen. Wir haben immer betont, dass wir bei der Finanzierung auf zwei Kriterien besonderen Wert legen: Auf Investoren mit strategischem bzw. langfristigem Fokus, die Kenntnis vom Markt, dem Geschäft und den Risken haben. Zum anderen wollten wir die Verwässerung für die bestehenden Aktionäre so gering wie möglich halten. Damit ergibt sich automatisch eine Struktur, in der Fremdkapital eine Rolle spielt. In einem Hochrisiko-Geschäft, das Biotech ist, sind Darlehen eben nun einmal nicht sehr günstig. Wir sind aber überzeugt, dass dies unter den gegebenen Umständen ein sehr guter Deal ist. BB Biotech fungiert zudem als Anker für weitere Investoren, die einsteigen werden. Wie angekündigt, führen wir Gespräche mit spezialisierten Biotech-Investoren, die Eigenkapital von 10 bis 15 Mio. Euro zuführen werden. Damit sind wir jedenfalls bis zum Break-even ausfinanziert.
BE: Die Rückzahlung des Darlehens an BB Biotech startet erst im vierten Jahr. Hat das Einfluss auf den Zeitpunkt des Break-even?
Lingelbach: Die Rückzahlung fällt in eine Zeit, in der wir bereits profitabel wirtschaften werden. Am Zeitpunkt des erstmaligen Eintretens der Profitabilität (Intercell geht für 2014/15 vom Break-even aus, Anm.) ändert das nichts.
BE: Und wie sieht es mit der Umsatzkomponente für Ixiaro aus?
Lingelbach: Der Umsatzanteil wird quasi sofort schlagend, wir werden ihn ab dem nächsten Quartal bezahlen – allerdings nur auf den Intercell-Umsatz mit Ixiaro (50% des Ixiaro-Umsatzes fällt bei Intercell an, 50% beim Partner Novartis, Anm.).
BE: Und ändert das etwas an Ihrer aktuellen Guidance, wonach der Verlust 2012 zwischen 15 Mio. und 20 Mio. Euro liegen wird?
Lingelbach: Nein. Wir werden diesen 5%-Umsatzanteil auf der Kostenseite auffangen.
BE: In der Aussendung wird erwähnt, dass Intercell über eine Option verfügt, BB Biotech diese Umsatzkomponente wieder abzulösen. Der Gesamtbetrag an Umsatzanteilen, Zinsen und Kreditrückzahlung sei damit nach oben begrenzt. Können Sie uns Details nennen?
Lingelbach: Diese Details dürfen wir nicht bekannt geben. Sie können allerdings davon ausgehen, dass die Rückkaufoption am unteren Ende der Bandbreite liegt, die international in solchen Fällen üblich ist.
BE: Sie können auch das Darlehen jederzeit kündigen?
Lingelbach: Ja, es ist jederzeit kündbar. Sollte etwa im Jahr 2013 unser Pseudomonas-Wirkstoff schlagend werden und wir durch Meilensteinzahlungen oder weitere Partner zusätzliche Einkünfte haben, wäre das zum Beispiel eine Variante.
BE: Darlehen und Eigenkapitalanteil von BB Biotech fliessen bis Ende Mai. Auch jene 10 bis 15 Mio. Euro, die von anderen Investoren kommen werden?
Lingelbach: Ja, alles sollte bis Ende Mai abgeschlossen sein.
BE: Hat BB Biotech eine Sperrfrist für die Aktien?
Lingelbach: BB Biotech hat eine Lock-up Periode von sechs Monaten.
BE: Die Liquidität hat sich von Ende Dezember bis Ende März von knapp 51 Mio. auf 38,5 Mio. Euro verringert. Jetzt fliesst Geld zu. Gibt es eine Untergrenze an Liquidität, die Sie nicht unterschreiten wollen?
Lingelbach: Die Kreditkomponente, also die 20 Mio. Euro, wollen wir jedenfalls als Puffer haben. Und wir wollen nicht in eine Situation kommen, in der das Eigenkapital unter unseren Verpflichtungen zu liegen kommt.
BE: BB Biotech war in der Vergangenheit Intercell-Aktionär, hat die Position dann aber wieder schrittweise abgebaut. Ist das Vertrauen jetzt wieder erstarkt?
Lingelbach: BB Biotech glaubt an Intercells Strategie und an das Umsatzwachstum mit Ixiaro. Auch der Umstand, dass Intercell sehr zielgerichtet und fokussiert investiert, gefällt.
BE: Die Hauptversammlung von Intercell findet in Kürze statt. Dort geht es u.a. um die Schaffung von neuem genehmigten Kapital und auch die Ermächtigung zur Ausgabe von Wandelbonds. Was haben Sie mit den laufenden Wandelbonds, die 2014 fällig werden, vor?
Lingelbach: Wir wollen uns bei der Hauptversammlung jedenfalls Flexibilität schaffen. Es gibt natürlich einige Varianten, etwa jene, dass mit dem neuen Kredit ein Teil der Wandelbonds zurückgekauft wird. Aber das müssen wir dann mit den Wandelbond-Inhabern besprechen.
BE: Kurz zu den Quartalszahlen: Der Ixiaro-Umsatz ist zwar im Vergleich zum Q1 2011 gestiegen, liegt mit 4,6 Mio. Euro aber unter dem Wert aus dem Schlussquartal 2011 (6,1 Mio. Euro). Normale saisonale Schwankungen?
Lingelbach: Ja, wir liegen absolut im Plan und haben unsere Guidance für eine Steigerung der Produkteinnahmen um 8 Mio. bis 10 Mio. Euro in 2012 bestätigt. Das zweite und das dritte Quartal sind normalerweise immer am stärksten, im Vorjahr war das Schlussquartal sehr stark. Man muss auch berücksichtigen, dass unsere Umsätze etwas phasenverschoben sind. Und hier kann ich sagen, dass die Umsätze im Markt im Q1 sehr, sehr deutlich angestiegen sind.