Erste Bank sagt Angebot annehmen2010-06-16 11:52:32
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seit 2010-01-08
Eco Business für Erste Group keine Kaufempfehlung mehr
Annahme des Übernahmeangebots wird empfohlen, Kursziel wird erhöht
Nach dem Bekanntwerden des freiwilligen Übernahmeangebots von conwert für Eco Business um 6,50 Euro je Aktie, stufen die Analysten der Erste Group ihr Anlagevotum für Eco von Buy auf Hold herunter und erhöhen gleichzeitig ihr Kursziel von 6,20 auf 6,50 Euro.
Nachdem der Angebotspreis von 6,50 Euro je Aktie klar über dem letzten Kursziel, dem letzten Schlusskurs und dem 6-Monats-Durchschnitt liege, wird den Investoren von Analyst Günther Artner die Annahme des Übernahmeangebots in der Frühphase empfohlen. Die Eco-Aktionäre würden dann ihr Geld Anfang August erhalten.
Als neue Gewinnschätzungen je Aktie für die Jahre 2010, 2011 und 2012 numehr 0,58 Euro, 0,50 Euro und 0,56 Euro angegeben.
Nun liegt das Übernahmeangebot für die ECO Business also auf dem Tisch: Conwert bietet 6,5 € je Aktie. Damit liegt der Preis 34,3 Prozent über dem Sechs-Monats-Durchschnittskurs und rund 18 Prozent über dem Vortagsschluss. Außerdem wurde erst vor Kurzem eine Analyse der Erste Group veröffentlicht, laut der der aktuelle Fair Value bei 6,2 € liege - das Angebot scheint auf den ersten Blick attraktiv zu sein.
Bevor wir aber ins Detail gehen, ein kurzer Blick auf das Angebot selbst: Die Angebotsphase wird voraussichtlich am 28. Juni starten und bis 30. Juli laufen, im Anschluss wird es noch eine dreimonatige Nachfrist geben. Als Bedingung setzt Conwert fest, dass zumindest 50 Prozent der noch nicht im Besitz befindlichen Aktien erworben werden müssen.
Nachdem das Unternehmen bereits 24,9 Prozent an der ECO bzw. 8,49 Millionen Aktien hält, heißt das, dass zumindest 12,8 Millionen Aktien den Besitzer wechseln müssen. Somit möchte CEO Johann Kowar alles in allem zumindest eine Schwelle von 62,45 Prozent erreichen. Aber klar: Jede zusätzliche Aktie freut ihn umso mehr. Werden die 90 Prozent überschritten, dann plant er, ECO Business von der Börse zu nehmen.
Auch wenn Kowar dieses Vorhaben nicht als vorrangiges Ziel in den Raum stellte, sondern im Gegenteil betonte, dass sich - sollten die 90 Prozent nicht erreicht werden - nichts ändern würde an der aktuellen Situation, stellt sich die Frage, wie realistisch das wirklich ist. Es muss vielmehr Kowars vorrangiges Ziel sein, ein Delisting der ECO anzustreben. Denn damit wäre vor allem die Diskussion rund um die ECO Management-Gesellschaft, die die Conwert 2007 erworben hat, beendet - und auch der Management-Vertrag, der sicher nicht für völlige Transparenz gesorgt hat, wäre damit obsolet. Eine Beteiligung von 62 Prozent hingegen entspräche weitgehend einem Fortschreiben des Status quo - und dafür dann 83,23 Millionen € auszugeben, kann nicht im Sinne des Conwert-Managements sein.
ECO auf dem richtigen Weg. Doch schauen wir uns den Preis einmal genauer an. Zuletzt hat die Aktie die 6,5 € am 12. September 2008 gesehen. Das ist übrigens kein Einzelfall, das ist bei der Conwert nicht anders, und auch der Immo-ATX hat noch einen längeren Weg vor sich, bis diese Marke vom September 2008 genommen wird. Der Kursabsturz hatte einerseits externe Gründe (vor allem die Probleme rund um MEL bzw. Immofinanz), aber letzten Endes auch hausgemachte. Konkret musste ECO Business im vergangenen Jahr relativ viele Immobilien teils mit Verlusten verkaufen, um die notwendige Liquidität aufrechterhalten zu können. Das scheint aber gelungen, die Zahlen zum ersten Quartal wiesen wieder in die richtige Richtung - dank Immobilienaufwertungen und geringerer Finanzierungskosten wurde endlich wieder ein Gewinn in Höhe von 3,46 Millionen € geschrieben. Die Relation Finanzverbindlichkeiten zu Immobilienvermögen (Loan to Value, LTV) lag per 31. März bei hohen, aber im Rahmen befindlichen 56,5 Prozent. Am Montag wurde dann bekannt, dass sich ECO jetzt auch noch von einer weiteren Perle, dem Opernringhof, trennen wird. 101 Millionen € wird der Verkauf bringen. Sollte er sofort dazu genutzt werden, um Schulden zurückzuzahlen, dann würde der LTV auf rund 44 Prozent fallen. Dieser Deal macht natürlich die ECO noch einmal ein Stückchen attraktiver für Conwert.
Zu niedriger Preis. Auch Kowar bezeichnete die ECO im gestrigen Pressegespräch als „nach zwei schwierigen Jahren wieder gut aufgestellt". Vor diesem Hintergrund erscheint uns das aktuelle Angebot zu niedrig zu sein. Denn der ganz simple Buchwert je Aktie, berechnet aus dem Eigenkapital der Gesellschaft abzüglich Minderheiten, ergibt einen Wert von 10,39 € je Aktie. Jetzt ist schon klar, dass bei der ECO aufgrund ihrer Größe ein Abschlag gerechtfertigt ist, aber einer von 37,5 Prozent erscheint uns dann doch als sehr hoch.
Unterstrichen wird das durch Conwert selbst. Denn das Management hat die ECO-Beteiligung aktuell mit 70,6 Millionen € in den Büchern (ergibt sich aus dem anteiligen Wert der ECO-Bilanz abzüglich einer Wertberichtigung von 18,3 Millionen €). Das entspricht 8,3 € je Aktie. Sollte das Management davon überzeugt sein, dass das Unternehmen weniger wert ist, hätte es eigentlich bereits zu einer weiteren Wertberichtigung kommen müssen. Denn der reine Zeitwert machte noch am Montag nur rund 46,7 Millionen € aus (zu einem Kurs von damals 5,5 €).
Fazit. Prinzipiell halten wir das freiwillige Übernahmeangebot für eine sinnvolle Maßnahme, die Diskussionen rund um die Management-Verträge hätten damit endlich ein Ende. Aber: Es ist alles eine Frage des Preises, und die 6,5 € je Aktie sind für uns zu wenig. Gehen wir davon aus, dass ein Abschlag zum Buchwert von 30 Prozent als fair betrachtet werden kann, dann würden wir bereits bei 7,2 € landen - immer noch „konservativer" als die Bewertung in der Conwert-Bilanz. Somit können wir nur abraten, zu diesem Kurs im Rahmen der Angebotsfrist anzunehmen, Anleger sollten jedenfalls noch die angekündigte Nachfrist abwarten. Es wird sich Ende Juli zeigen, wie viele ECO-Aktionäre sich von ihren Papieren trennen und ob eventuell eine Nachbesserung aussichtsreich ist. Aber Achtung: Nur nicht mit Gewalt auf ein höheres Angebot hoffen, denn ansonsten besteht die Gefahr eines Squeeze-Out - und dann könnte der Preis noch einmal niedriger ausfallen.
Der Trick ist (habe ich selber hier im Forum gelernt):
Den unvollständigen kostenpflichtigen Artikel öffnen. Die Überschrift kopieren und in Google eingeben. Dann kommt man auf einen neuen Link, der den vollständigen Artikel enthält.
btw: seit die Artikel im Wirtschaftsblatt kostenpflichtig sind habe ich mein Zeitungs-Abo nicht mehr verlängert. Aus Prinzip.
Eine Dame vom WB meinte dann, dass die hochwertige Information eben etwas wert sein müsse ("was nichts kostet ist nichts wert..."). Da kann ich nur sagen, dann muss man eben über Werbung bzw. Banner usw. Kohle machen.
Mit den kostenpflichten Angeboten sind schon ganz andere Kaliber gescheitert.
Mal schaun wie sich der Kurs in den nächsten Tagen entwickelt, falls es über 6,50 geht was ich eher bezweifle, werd ich ggf. so verkaufen... sonst mal abwarten.
7,20 wie im zweiten Post beschrieben wären zwar fein, aber wenn man bedenkt dass ich vorgestern mit 5,55 und 5,75€ zwei Drittel meiner Aktien "verschleudert" hab, ist das auch schon egal *gg*
ECO ist in den letzten Tagen bei - für ECO-Verhältnissen - riesigem Umsatz heimlich, still und leise von ca. 4,25 Euro auf jetzt über 5,00 Euro gestiegen.
Sieht mir sehr nach "Insiderhandel" aus.
Kommt demnächst die Übernahme bzw. das Übernahmeangebot von Conwert?
Schaut guat aus!